Kochen wie bei Luther

Familie Luther hat hauptsächlich Schweinefleisch gegessen – so steht es im Kochbuch „Zu Tisch bei Martin Luther“, das originale Speisen aus dem Haushalt des Reformators Martin Luther vorstellt. Auf 136 Seiten mit 30 farbigen Abbildungen gibt es insgesamt 42 Rezepte.

Grundlage der Rezepte sind die archäologischen Funde aus einer Abfallgrube am Elternhaus Luthers in Mansfeld sowie in seinem eigenen Haus in Wittenberg. Die Palette der Rezepte reicht von einfachen Breien bis hin zu Spanferkel und Fisch sowie Geflügelgerichten. Darunter ist auch Luthers Leibgericht: „gebratener Salzhering mit Erbsschnee und Honigsenf“. Zu 60 Prozent ernährte sich die Familie Luther übrigens von Schweinefleisch, hinzu kamen Fisch und verschiedene Vögel.

Eine Auswahl an Rezepten von Speisen, wie sie im Hause Luthers gereicht wurden, gibt es im Internet auf der Seite www.bernburg.de.

Ein Beispiel:

„Ein guot Spise von Birne und Epfele“

(Eine gute Speise aus Äpfeln und Birnen)

  • Zwei Äpfel und zwei Birnen schälen, vierteln, entkernen und klein würfeln.
  • Mit drei Löffel Wasser zu einem Mus verkochen und gut mit Anis und Zimt abschmecken.
  • Das Mus fingerdick auf vier Brotscheibe streichen. Mit vier weiteren Brotscheiben bedecken und mit Milch beträufeln.
  • Zwei Eier schlagen, mit Mehl und ein wenig Milch vermengen, sodass ein glatter Pfannkuchenteig entsteht. In diesem Teig die gefüllten Brote wenden und in einer Pfanne in erhitztem Fett oder Butter ausbacken.
  • Wenn die Brote auf beiden Seiten goldbraun sind, aus der Pfanne nehmen und mit Zucker und Zimt bestreuen.